Auftrieb gaben aber auch die US-Börsen, die am Vortag weiter von Zinshoffnungen profitiert hatten. Nach den etwas eingetrübten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag geht die Mehrzahl der Anleger nun von einer ersten Zinssenkung der US-Notenbank im September aus. Zuvor hatten viele ihre Hoffnung bereits bis in den November hinein nach hinten verschoben.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg am späten Vormittag um 0,54 Prozent auf 4983,65 Punkte. Für den französischen Cac 40 ging es um 0,33 Prozent auf 8022,98 Punkte hoch. In Zürich ging es sogar um knapp ein Prozent nach oben.

Am wichtigen Londoner Markt, wo am Montag feiertagsbedingt nicht gehandelt worden war, nahm der FTSE 100 seinen Rekordlauf wieder auf und erreichte eine weitere Bestmarke. Zuletzt stieg der «Footsie» um 1,05 Prozent auf 8299,71 Zähler.

Aktien von Banken waren gefragt, nachdem die italienische Grossbank Unicredit und die Schweizer UBS positiv mit ihren Geschäftsentwicklungen überrascht hatten. Weiterhin hohe Zinsen bescherten der Unicredit zum Jahresstart überraschend viel Gewinn. Für das laufende Jahr peilt Unicredit-Chef Andrea Orcel jetzt einen bereinigten Nettogewinn von mehr als 8,5 Milliarden Euro an. Höhere Erträge aus Provisionen und Gebühren sollen einen Rückgang des Zinsüberschusses auffangen. Die Aktie zählte im EuroStoxx mit plus 3,1 Prozent zu den Favoriten.

An die Spitze im Stoxx Europe 50 setzten sich derweil die Anteile der UBS mit plus 8,0 Prozent. Am Markt wurde mit Freude aufgenommen, dass die Schweizer nach einem Verlust im vierten Quartal nun wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt sind. Dabei überraschte die Bank sowohl positiv mit ihren Erträgen als auch mit dem operativen Gewinn und dem Überschuss. Nicht zuletzt kamen die Kosteneinsparungen gut an.

Gefragt waren in der Schweiz zudem die Papiere von Geberit mit plus 4,2 Prozent. Zwar meldete der Sanitärtechnikspezialist im Jahresvergleich einen Umsatz- und Gewinnrückgang im ersten Quartal, doch der fiel geringer als befürchtet aus. Zudem wurde ein neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt.

BP sanken unterdessen in London um 0,8 Prozent. Das Zahlenwerk des Ölkonzerns habe die Erwartungen getroffen, schrieb RBC-Analyst Biraj Borkhataria und verwies zudem auf Pläne zur Verringerung der Kosten. Wie der Öl- und Gaskonzern meldete, stieg der Verschuldungsgrad per Ende März auf 22 Prozent. Die Prognose am Markt hatte unter 21 Prozent gelegen.

Auch der Mischkonzern Bouygues konnte mit seinen Zahlen nicht begeistern, denn er weitete seinen Verlust im ersten Quartal aus. Auch wenn die Jahresziele bestätigt wurden, so ging es für die Aktie in Frankreich dennoch um 3,9 Prozent abwärts./ck/mis

(AWP)